12.08.2010

Keine Scheinlösungen bei der Rente mit 67 solle es mehr geben, äußerte sich Vorstandsmitglied der IG Metall Hans-Jürgen Urban zum aktuellen Kurs der SPD. Gefordert werde stattdessen ein klares Nein! Kürzlich hatte sich der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel im ARD-Sommerinterview für mehr Flexibilität ausgesprochen. Eine Erhöhung des Renteneintrittsalters sei de facto eine Rentenkürzung, wenn die Menschen tatsächlich in diesem Alter kaum Möglichkeiten zur Erwerbstätigkeit hätten, hatte er gewarnt.
Die SPD hatte zu Zeiten ihrer Regierung das Modell der Rente mit 67 Jahren selbst auf den Weg gebracht. Hiernach wird zwischen 2012 und 2029 das Rentenalter schrittweise von 65 auf 67 Jahre erhöht. In dem 2006 beschlossenen Gesetz war aber auch eine Überprüfungsklausel verankert worden, nach der die Arbeitschancen älterer Arbeitnehmer analysiert werden sollten.
Um diese Überprüfung der Arbeitsmarktchancen älterer Beschäftigter geht es nun. Denn die Ergebnisse, die dabei herauskamen, könnten unterschiedlicher nicht sein. Arbeitsministerin Ursula von der Leyen jonglierte mit Zahlen, nach denen 40 % der zwischen 60 und 64jährigen erwerbstätig sind. Schönfärberei sei dies, konterte jüngst SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles: Die Quote der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten einschließlich der AltersteilzeitlerInnen liege in dieser Altersgruppe bei nur 21,5 %. Weit mehr als drei Viertel aller über 60jährigen seien also nicht in sozialversicherungspflichtiger Arbeit. Inzwischen gab nun auch ein Arbeitsministeriumssprecher zu: Von der Leyen habe auch Selbständige, AltersteilzeitlerInnen und Mini-JobberInnen in diese Zahlen mit aufgenommen, selbst, wenn diese nur eine Stunde arbeiteten.
Während die SPD die Lösung darin sucht, den tatsächlichen Anteil der älteren Menschen in Arbeit zu erhöhen und die Einführung der Rente mit 67 vorübergehend auszusetzen, geht der IG Metall der Kurswechsel der SPD nicht weit genug. Auch der DGB kritisierte die Einführung der Rente mit 67 als „fatale Fehlentscheidung“.
Unsere Frage ist: Wie stehen Sie zur Einführung der Rente mit 67 Jahren? Ist der Weg, die Berufschancen für Ältere zu erhöhen realistisch? Oder sagen auch Sie zur Rente mit 67 kategorisch Nein? Schreiben Sie uns Ihre Meinung in einem Kommentar auf unserem Blog: www.arbeitsweltblog.de
Textquellen:
SPD.de/Pressemitteilung vom 09.08.2010 Mehr Flexibilität beim Renteneintritt
SPD.de/Pressemitteilung vom 11.08.2010 Renteneintrittsalter: Von der Leyen rechnet falsch
Bildquelle:
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